Unrecht trieb 21 Jährigen in den Selbstmord
Am 25.01.2007 beging der 21 Jährige Andy V. in seiner Zelle in der JVA Neuruppin-Wulkow Selbstmord. Was ihn dazu bewegt hat ist noch ungeklärt. Aufschluss wird wohl erst der Abschiedsbrief von Andy bringen den er zuvor an seinen Anwalt geschickt hatte, der aber zur Zeit noch von der Kripo zur Prüfung auf Fremdeinwirkung einbehalten wurde. ![]()
Fakt ist jedoch das:
Andy ist am 20.12.2006 vom Amtsgericht Schwedt zu 2 Jahren und 4 Monaten Haft wegen Brandstiftung und Sachbeschädigung verurteilt wurde. Antrag auf Berufung wurde fristgerecht gestellt.
Jedoch saß Andy zu diesem Zeitpunkt schon seit 6 Monaten in Untersuchungshaft in dieser Zeit verschlechterte sich sein körperlicher und seelischer Zustand zusehends. Die Trennung von seiner Frau und seinem eineinhalb jährigen Kind belastete ihn sehr.
Der Straftat ging eine Vergewaltigung der Jana K., der ehemaligen Freundin von Alexander W., voraus die von einem Schwedter Geschäftsmann begangen wurde. Das Verfahren dazu läuft.
In eigener Planung lockte Alexander W. mehrere Freunde bei einer Feier im Haus des Andy V. mit dem Vorwand den Geschäftsmann Ditmar G. zur Rede zustellen nach Angermünde wo sich dieser vermutlich aufhielt. Da der dort jedoch nicht angetroffen wurde, aber die Jana K. das Auto des Ditmar G. erkannte, eskalierte die Situation. Da die anwesenden die bis auf die Fahrer stark alkoholisiert waren, begannen sie das Auto des mutmaßlichen Vergewaltigers Ditmar G. zu beschädigen.
Danach brachen alle gemeinsam auf um einen der Anwesenden nach Schwedt zu bringen der dort wohnt.
Nach kurzer Zeit in der Schwedter Wohnung stachelte die Jana K. die anwesenden Jugendlichen dazu auf ihr zum Geschäftsgebäude des Ditmar G., einer kleinen Lagerhalle im Schwedter Gewerbegebiet unweit der Wohnung, zu folgen. Einige Personen blieben in der Wohnung. Die anderen begaben sich mit der Jana K. und dem Alexander W. zum Lagerhaus. Dort angekommen begingen die anwesenden Sachbeschädigung am Firmenfahrzeug des Geschäftsmannes Ditmar G. und
verließen das Gelände nach kurzer Zeit wieder in Richtung der Schwedter Wohnung.
Minuten später überredete der Alexander W. vier Anwesende, darunter auch Andy, noch mal dorthin zu gehen um vermeintliche Fingerabdrücke abzuwischen. Im Hinterkopf hatte er aber ganz andere Pläne. Und zwar das anzünden des
Lagerhauses.
Er teilte diesen Plan zwar seiner Freundin Jana K. mit aber nicht den anderen die ihm dorthin folgten. Zwei von ihnen warteten auf einem Parkplatz unweit der Lagerhalle. Die anderen Alexander W., Andy und eine dritte Person begaben sich wieder auf das Gelände wobei Andy und die dritte Person sich beimachten die Fingerabdrücke mit ihren Sachen vom Firmenfahrzeug abzuwischen. Als sie fertig waren liefen Andy und die dritte Person vom Grundstück, weil sie den Alexander W. nirgends entdecken konnten, zu den anderen die immer noch auf dem Parkplatz warteten. Ca. 10 Minuten Später kam
dann Alexander W. mit denn Worten „..rennt, rennt das Haus steht in Flammen“ auf die Wartenden zu gelaufen.
Man löste sich auf und verlor sich aus den Augen. Damit war dieser Abend beendet.
Wenige Tage Später wurden Andy und drei weitere Personen von der Schwedter Polizei verhaftet und vor den Haftrichter gestellt. Bei zwei von ihnen wurde Untersuchungshaft angeordnet. Bei einem wurde nach wenigen Wochen der Haftbefehl unter Auflagen außer Vollzug gesetzt. Bei Andy jedoch wurde der Antrag auf Haftprüfung abgelehnt.
Damit begannen Monate des Hoffens und Bangens für Andy und seine kleine Familie.
Dann am 20.12.06 das Urteil mit dem niemand gerechnet hätte. Denn die ihm vorgeworfene Brandstiftung wurde nachweißlich gar nicht von ihm sondern von dem Mitangeklagten Alexander W. begangen, der dies bestritt und
mit seiner zweifelhaften Aussage vor Gericht sogar beim Staatsanwalt Stirnrunzeln verursachte.
Des weiteren wurde durch einen neutralen Zeugen, dem Hausmeister des Nebengebäudes, die Aussagen von vier Angeklagten bestätigt das sich zwei Personen etwa zeitgleich vom Gebäude entfernt hätten und eine dritte Person erst etwa 10 Minuten später sich vom Tatort entfernt hatte und dann erst das Lagergebäude in Flammen stand. Es handelte sich, wie sich später heraus stellte, dabei um Alexander W.
Dennoch urteilte das Amtsgericht auf gemeinschaftliche Brandstiftung bei Andy und Alexander W.
Währe dieser Anklagepunkt nicht verurteilt worden hätte Andy wahrscheinlich eine viel geringere Strafe zu erwarten gehabt die eventuell noch mit einer Bewährungsstrafe, wie bei all den anderen Angeklagten, ausgesprochen werden hätte können.
Der Angeklagte Alexander W. wurde zu 1 Jahr und 10 Monaten auf Bewährung verurteilt unter anderem deswegen weil er die Staatsanwaltschaft mit fragwürdigen Informationen zum Tatabend versorgt hatte, die zwar teilweise widerlegt werden konnten aber trotzdem dazu geführt hatten das einige Angeklagte zu hohen Bewährungsstrafen verurteilt werden konnten. Von Klassenkameraden konnten wir erfahren das Alexander W. sich im nachhinein mit der Tat rühmte und damit prahlte das er so gut dabei weg gekommen ist.
Persönliches Schlusswort
Im Gegensatz zu den Medien und Pressemitteilungen die Andy als Verurteilten rechtsextremen Schwerverbrecher hinstellen, haben wir einen fröhlichen, fürsorglichen und liebevollen Familienvater, Freund und treuen Kameraden verloren.
Und wenn ich nun in einsamen Stunden an vergangene Zeiten und gemeinsame Momente denke, frag ich mich was nur einen so lebenslustigen jungen Mann, zu so einer endgültigen und schmerzhaften Entscheidung getrieben hat. Das sollte sich jeder fragen oder besser sollten wir das nicht unsere Gesetzgeber und deren Amtsvertreter fragen? Diejenigen die solche Ungerechtigkeit zu lassen?
So bleibt es unsere traurige Flicht Andy ehrwürdig zu Grabe zu tragen. Bei mir und vielen anderen sind nur noch Tränen, Wut und Trauer geblieben. Und vor allem die Angst davor, das sich so etwas in unserem Land durch die jetzige “Rechtsprechung“ und Systempolitik wiederholt.
Gez.: Ein Schwedter Kamerad
Verweise zum Thema
http://www.maerkischeallgemeine.de/cms/beitrag/10865154/61299/
http://npd-barnim.de/blog/?p=291