Eröffnung des Paul Wunderlich Hauses in Eberswalde / Barnim


NPD Barnim-Uckermark war dabei

Gleich nach dem Frühstück lag ein Dröhnen in der Luft. Ein Blick aus dem Fenster und ich sah einen Hubschrauber, immer wieder im Tiefflug vorbei fliegen. Da erinnerte ich mich schlagartig wieder, also nichts wie rein in die Sachen und zu Fuß Richtung des Eberswalder Marktplatzes. Zu meiner Verwunderung waren alle Straßen abgesperrt, der Verkehr wurde weiträumig umgeleitet. In der Goethe Straße standen Schlangen von Fahrzeugen des Technischen Hilfswerks, Deutsches Rotes Kreuz, Katastrophenschutz, Johanniter Unfallhilfe und Feuerwehr samt dazu aufgestellten Verpflegungs- und Sanitätszelten. Nahe der Maria Magdalenen Kirche standen auch einige Fahrzeuge der Landespolizei. Der Marktplatz war fast restlos gefüllt.

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An einer Ecke des Platzes standen sehr viele Bürger, die gegen die geplante Müllverbrennungsanlage in Eberswalde, mit Transparenten demonstrierten und auch einige die forderten „Frau Merkel holen sie unsere deutschen Soldaten zurück.“ Da ich einige Bürger kannte, stellte ich mich natürlich zu ihnen und konnte somit auch gleich mit ihnen ins Gespräch kommen, wie die NPD zur Außen-und Umweltpolitik steht und bat auch die Hilfe der Partei an. Die Gespräche wurden abrupt gestoppt, als laute Musik in Star Wars Manier aus den Lautsprechern kam und die so genannten Ehrengäste die überdimensionale Bühne betraten. Unter ihnen der Bürgermeister der Stadt Eberswalde Friedhelm Boginski, der Landrat Bodo Ihrke, der Ministerpräsident des Landes Brandenburg Matthias Platzeck und die Bundeskanzlerin Angelika Merkel. Als alle in Reih und Glied auf der Bühne standen, hätte man denken können das die Musik verstimmt, aber das Gegenteil war der Fall sie nahm einfach kein Ende und man ließ sich so richtig feiern. Der Inhalt der Reden aller vier wiederholt sich immer wieder. Aber das kennt man ja von Politikern der Systemparteien nur als zu gut, viel reden ohne auf den Punkt zu kommen.

Keine Rede von den Kosten des Neubaus, den Gegnern des Hauses und was mit den anderen 8 Liegenschaften passiert die jetzt nicht mehr gebraucht werden. Ein Grund für mich mal nach zu haken.

Insgesamt 37 Millionen Euro hat das ambitionierte Bauvorhaben samt Grundstückskäufen den Landkreis gekostet. Der zahlt fast alles aus dem laufenden Haushalt, insgesamt gab es nur 2,4 Millionen Euro Fördergeld für das Projekt. Das in zweijähriger Bauzeit entstandene neue Haus der Kreisverwaltung Barnim ist nach Angaben des Landkreises das bundesweit modernste Verwaltungszentrum. Zwei Drittel weniger Energie als herkömmliche Bürobauten sollen die fünf Gebäude in Eberswalde verbrauchen. Dank der Nutzung von Erdwärme und einer effizienten Fassadendämmung mit Naturstoffen benötigen sie so gut wie keine zusätzlichen Heizstoffe. Sogar die Körperwärme der 550 Mitarbeiter wird dank der guten Isolierung gespeichert. Gemeinsam mit dem Fraunhofer-Institut wurde eine spezielle Stehleuchte entwickelt, die per Sensor funktioniert – erst wenn eine Person das Büro betritt und das Tageslicht nicht ausreicht, schaltet sich die Leuchte ein. Die Decken sind, anders als in herkömmlichen Bürogebäuden, nicht abgehängt. So können die Räume leichter abkühlen. Die Häuser B bis D haben je ein begrüntes Atrium mit Glasdach und tragen damit zum Belüftungssystem bei. Im Haus A haben Landrat und Kreistag ihren Sitz. Ins Kreisparlament kann man ähnlich wie in den Bundestag von oben hineinblicken. Oben in der Galerie sind Werke des Künstlers Paul Wunderlich, der 1927 in Eberswalde geboren ist und als Luftschutzhelfer das Schiffshebewerk in Niederfinow verteidigte, zu begutachten, nach ihm ist der Gebäudekomplex benannt.

Am Rande der Veranstaltung wurden von Bürgern hunderte Flugblätter verteilt die vor Ironie nur so strotzten.

ebw.

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