Alle Jahre wieder – der “gute Rutsch”
Der “gute Rutsch” zum Neuen Jahr kommt aus dem Jiddischen. Dieser Wunsch hat mit einem Rutschen auf Eis oder Schnee oder einem Hinübergleiten ins Neue Jahr gar nichts zu tun. “Rosh ha-Shana” ist der erste Jahrestag im jüdischen Kalender. Im Jiddischen und später im Deutschen verwandelte sich “Rosh” allmählich in den bekannten “Rutsch”, was heute missverstanden wird. Mit dem jüdischen Neujahrsfest wird eine Zeit der Reue und Umkehr eingeleitet, die am Yom Kippur, dem Versöhnungstag, endet. Während die meisten jüdischen Feiertage ihren Ursprung in historischen Ereignissen haben, sind Rosh ha-Shana und Yom Kippur religiöse Feste.
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Nach traditioneller Vorstellung wird am Rosh ha-Shana (wörtlich: “Beginn des Jahres) das Buch des Lebens aufgeschlagen und ein Urteil über den Lebenswandel der Menschen geschrieben. Die folgenden zehn Tage dienen der tätigen Reue, Versöhnung und Umkehr. Streitigkeiten und Unfrieden sollen beseitigt, schlechte Gedanken sollen bereut werden. Am Yom Kippur, dem höchsten religiösen Fest des Judentums, wird das Urteil besiegelt und das Buch geschlossen. In den Synagogen, die in dieser Zeit in weißer Farbe gehalten sind, wird am Yom Kippur aus dem Buch Jona gelesen: Der Prophet Jona sprach vor den Bewohnern der Stadt Ninive vom göttlichen Strafgericht. Die Menschen bereuten ihre Sünden und wurden gerettet.
Wissend um diese Einflüße auf die deutsche Sprache ziehe ich es vor, allen Lesern zu wünschen, dass sie mit kräftigen und donnernden Friedensgrüßen HEIL ins Jahr 2008 kommen.
EUER JULIUS